Die Gesellschaft für Interkulturelle Philosophie (GIP) wurde 1992 als gemeinnütziger Verein gegründet und hat inzwischen Mitglieder in allen Erdteilen, die gemeinsam an der Sache der Interkulturellen Philosophie arbeiten. Es gilt die engen Schranken der eigenen kulturellen Bedingtheiten im Philosophieren zu öffnen und sich sowohl systematisch als auch historisch im gegenseitigen Austausch mit den philosophischen Bemühungen anderer, zunächst fremder Kulturen auseinander zusetzen.

Die GIP und ihre Schwestergesellschaften veranstalten zu diesem Zweck regelmäßig Tagungen und Kongresse; außerdem wird die Diskussion in zahlreichen Publikationen geführt. Die Mitglieder der GIP bemühen sich darüber hinaus, das Anliegen der Interkulturalität in Vorträgen, in Forschung und Lehre und in Diskussionsrunden bekannt zu machen. Gesprächskreise finden auf regionaler Ebene statt.

In Memoriam Claudia Bickmann (1952–2017)

Nachruf von Georg Stenger
Nachruf von Markus Wirtz

Interkulturelle Philosophie versteht sich nicht als eine Philosophie innerhalb einer jeweils bestehenden Philosophie. Vielmehr begreift sich diese Art des Philosophierens als methodologischer Standpunkt, mit dem eine Annäherung aller Weltphilosophien untereinander ermöglicht werden kann. Betont werden die unterschiedlichen Wege, durch die Menschen seit je her versuchen, sich selbst und die Welt gedanklich aufzunehmen und lebenspraktisch zu gestalten. Daher macht sich Interkulturelle Philosophie stark für eine Ausweitung des Blickes. Es gilt, unterschiedliche philosophische Standpunkte systematisch zu erforschen und mit einander in Verbindung zu bringen, ohne diese zu essentialisieren bzw. auf einige wenige zu reduzieren. Dabei redet Interkulturelle Philosophie weder einem Kulturrelativismus noch einer Indifferenz das Wort. Eher steht die ethische Haltung im Mittelpunkt, mit der eine gemeinsame friedliche, gerechte Zukunft erzielt werden kann.

Intensive Sprach- und Quellenstudien gehören daher ebenso zu den Aufgaben der interkulturellen Philosophie, wie das Herausbilden einer Hermeneutik interkultureller Verständigung. Hier werden in hermeneutischer, dekonstruktiver, spekulativer, dialektischer, etc. Gestalt Methoden und Wege der Annäherung ebenso untersucht wie die je unterschiedlich ausdifferenzierten Modelle und Systeme anthropologischer, logischer, staats- und rechtsphilosophischer, ästhetischer, religionsphilosophischer oder metaphysischer Art.